Geschichte 1991-heute

1991

Der einmillionste Ibiza läuft vom Band. Die Mittelklasselimousine Toledo wird am 4. Mai auf der Barcelona Motor Show vorgestellt. Nach der Eingliederung in den Volkswagenkonzern ist es das erste Modell, das Konzerntechnik verwendet. Das Geschäftsjahr endet mit einem Produktionsrekord von 552.210 Fahrzeugen - davon 260.342 für den Export - und einem Umsatz von 605 Milliarden Peseten. Dabei sind 360.510 SEAT-Modelle und 191.700 Volkswagen entstanden.

1992

SEAT ist Sponsor der Olympischen Spiele. Der Toledo wird offizielles Fahrzeug der Spiele. Außerdem sponsort SEAT das Olympische Freiwilligen-Programm, die Olympische Sporthilfe (ADO´92) und die Route der Olympischen Flamme. Sondermodelle wie der Ibiza Serie Olimpica werden vorgestellt. Das Unternehmen produzierte insgesamt 578.432 Fahrzeuge, eine Steigerung von 4,7 Prozent zum Vorjahr. Davon laufen 356.210 Fahrzeuge als SEAT vom Band. Der VW Polo wurde 222.222 mal in Landaben, Pamplona, hergestellt. SEAT S.A. verkauft 647.159 Fahrzeuge, davon 354.521 SEAT und 292.638 VW, Audi und Skoda in Spanien.

1993

Einweihung des neuen Stammwerks in Martorell am 22. Februar durch Seine Königliche Hoheit, der spanische König Juan Carlos I und Dr. Ferdinand Piëch, seit dem 1. Januar Präsident der VW-Gruppe. Dennoch für SEAT das historische Krisenjahr: Der Geschäftsbericht weist einen Verlust von über 151 Milliarden Peseten aus; aus heutiger Sicht knapp 1,8 Milliarden DM. Juan Llorens wird Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Antonio Diaz Alvarez. Vorstellung der neuen Generation des in Martorell produzierten Ibiza im Mai auf der Barcelona Motor Show. Die Tagesproduktion des Ibiza wird zunächst auf 530 Einheiten festgelegt.

1994

Jahr der Konsolidierung und Umsetzung des Restrukturierungsplans: Verkauf der Fabrik von Landaben und der Finanzgesellschaft FISEAT an VW. Spanien und Katalanien genehmigen am 29. Juli Subventionen für Forschung und Entwicklung in einer Gesamthöhe von 38 Milliarden Peseten. Die Produktion des Toledo wird im August aus der Zona Franca nach Martorell verlagert. Die Restrukturierung des Industriegebietes Zona Franca wird durch die Bildung kleiner Geschäftseinheiten (Presswerk, Schmiede, und Marbella-Produktion) eingeleitet. Ein Zulieferpark wird mit den beiden Firmen FER (im Juli) und ENDESA (im Oktober) eröffnet. Der SEAT Ibiza wird in Spanien und Portugal Car of the Year.

1995

Der zehnmillionste SEAT, ein Toledo, wird am 26. September von Seiner Königlichen Hoheit, Felipe de Borbon, Prinz von Asturien, in Martorell vom Band pilotiert. Der Prototyp des SEAT Alhambra, eine Großraumlimousine auf Konzerntechnologiebasis, wird auf der Autoausstellung in Genf, der Cordoba SX in Frankfurt und der neue SEAT Kleintransporter Inca auf der Barcelona Motor Show vorgestellt. Im Mai sind bereits 500.000 Fahrzeuge im Werk Martorell gebaut. In diesem Monat nimmt SEAT den Export nach Brasilien mit dem Modell Cordoba auf. Ab November wird auch der Toledo TDI in Martorell auf Band gelegt. Im Industrie-Park Zona Franca haben sich inzwischen sieben Zulieferer niedergelassen. SEAT hat die Belegschaft auf 12.600 Mitarbeiter reduziert

1996

Der Verkauf des Alhambra beginnt. Der Van wird in Palmela, Portugal produziert und ist der erste SEAT, der nicht aus Spanien kommt. Der Cordoba SX (2-türer) kommt im April auf den Markt. Im Juli wird die komplette SEAT S.A. nach dem Industriestandart ISO9000 zertifiziert. Auf dem Pariser Salon im Oktober wird der Ibiza Cupra vorgestellt. Im November läuft das 1.000.000ste Auto aus Martorell vom Band. SEAT bietet nun auch auf dem russischen Markt an. Das SEAT Ibiza Kit Car wird im ersten Jahr seiner Rallye-Teilnahme in der FIA Zweiliter-Klasse Rallye-Weltmeister. Der Ibiza ist mit 50.933 Fahrzeugen das meistverkaufte Auto in Spanien. In Westeuropa hat SEAT einen durchschnittlichen Marktanteil von 2,2 Prozent. Jahres-Geschäftsergebnis: Ein Gewinn von 5,339 Milliarden Peseten. Die Mitarbeiteranzahl beträgt 12.600 Beschäftigte. Auch in diesem Jahr wird die Godó Open (Tennis) von SEAT gesponsort und mit Fahrzeugen beliefert.

1997

Pierre-Alain De Smedt übernimmt den Vorstandsvorsitz der SEAT S.A. Der Toledo TDI sowie der Alhambra TDI mit 110 PS werden vorgestellt, im Mai führt SEAT den in Wolfsburg produzierten Kleinwagen Arosa ein. Mit dem Cordoba Vario bietet die spanische Konzernmarke ab Juli im boomenden Segment Kombi-Fahrzeuge an. Im November verläßt der elfmillionste SEAT das Band. Im Dezember erreicht der Ibiza die Zwei-Millionen-Marke. In Martorell werden täglich 2.046 Fahrzeuge hergestellt - insgesamt 524.905 Einheiten, davon 403.792 SEAT. Die Exportquote beträgt 73 Prozent. Der Ibiza ist wieder Bestseller in Spanien. Das Geschäftsergebnis: Der Gewinn nach Steuern erreicht 11,051 Milliarden Peseten nach einem historischen Verkaufsrekord von 402.671 Einheiten. Der Sieger der Rallye-Weltmeisterschaft in der FIA-2-Liter-Klasse heißt in diesem Jahr erneut SEAT Ibiza Kit Car.

1998

Der SEAT Arosa 1,7 SDI wird nach einer Rekordfahrt als das sparsamste Serienfahrzeug der Welt in das Guinness Buch der Rekorde aufgenommen. Einstellung der Produktion des SEAT Marbella nach 17 Jahren und 597.151 gebauten Fahrzeugen. Vorstellung der Design Studie SEAT Bolero auf dem Genfer Automobilsalon. Präsentation des Cordoba World Rallye Car auf der Automobilausstellung in Portugal (Porto Motor Show). Zum dritten Mal in Folge gewinnt das SEAT Ibiza Kit Car die Rallye-WM in der FIA-2-Liter-Klasse. Verlagerung der Arosa-Fertigung von Wolfsburg nach Martorell in Rekordzeit von vier Monaten. Das Werk Martorell wird als Bestes Werk in der VW-Gruppe im ersten Quartal von Dr. Piech ausgezeichnet. Vorstellung des neuen SEAT Toledo der zweiten Generation im Oktober in Paris. Es ist die größte Limousine, die SEAT bis dahin gebaut hat. SEAT verkauft in diesem Jahr 431.549 Einheiten, eine Steigerung von 7,2 Prozent. Der Nettoumsatz wird mit 827,524 Milliarden Peseten (+6,9 Prozent) ausgewiesen, der Gewinn mit 24,462 Milliarden Peseten. Das Unternehmen baut 500.500 Fahrzeuge, davon 365.689 SEAT und 134.811 Volkswagen-Modelle. Das Werk Martorell erreicht jetzt eine tägliche Kapazität von 2.147 bis maximal 2.250 Fahrzeuge. Das sind 60 Fahrzeuge pro Mitarbeiter pro Jahr. Die Belegschaft beträgt 14.202 Mitarbeiter.

1999

Präsentation eines neuen Corporate Design und des neuen Firmenlogos in den Farben rot und silber. Vorstellung der Designstudie SEAT Formula und des Prototypen Toledo Cupra V6 auf der Autoausstellung Genf im März. Betonung der sportlichen Markenausrichtung. Im August Premiere der neuen Modellgenerationen von Ibiza und Cordoba auf der Barcelona Motor Show. Der zweimillionste SEAT Ibiza seit Produktionsbeginn der Baureihe läuft vom Band. Der Vorstandsvorsitzende De Smedt verläßt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Das VW-Konzernvorstandsmitglied Bruno Adelt übernimmt den SEAT-Vorstandsvorsitz. Im September feiert der SEAT León auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere. Er ist die wichtigste Neuerscheinung der Marke und wird sofort zum Bestseller. Gleichzeitig wird ein SEAT Arosa Prototyp mit kraftstoffsparender 3-Liter-Technologie vorgestellt. Die Verkaufszahlen steigen um 11,5 Prozent auf über 481.000 Einheiten. In Deutschland wird der 750.000ste SEAT importiert. SEAT Sport engagiert das französische Rennfahreridol Didier Auriol für die Rallye-Saison 2000 auf dem Cordoba WRC.

2000

Am 9. Mai feierte SEAT seinen 50. Geburtstag. Das Centro Técnico der Marke begeht in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum. Das Design-Center in Martorell wird inzwischen geleitet von Walter de Silva, der von Alfa Romeo zu SEAT wechselte. Er soll den Image-Wechsel SEATs in eine jugendlich-sportliche Marke vorbereiten und designerisch vollziehen. Sein Debüt gibt Walter de Silva in Genf mit dem SEAT Salsa, einer aufregenden Symbiose von Coupé und Mini-Van. Dr. Bernd Pischetsrieder wird neuer SEAT-Präsident. Er setzt die neue Marschrichtung fest und kreiert den Slogan SEAT - auto emoción. Der Alhambra II (Facelift) kommt auf den Markt, im Herbst erscheint das letzte Facelift der bestehenden Ibiza/Cordoba-Baureihe und auf dem Pariser Automobilsalon steht eine neue, größere Fassung des Salsa. Salsa emoción mit Allradantrieb. Im Oktober erscheint der Arosa in großer Produktaufwertung. Man erkennt bereits de Silvas Handschrift. Der SEAT Cordoba WRC gewinnt die Deutsche Rallyemeisterschaft. Am Steuer: Matthias Kahle mit Co-Pilot Dieter Schneppenheim. Gerhard Plattner durchquert im März mit dem neuen Leon 1.8 20VT 4 vom Polarkreis bis nach Badwater (Las Vegas, USA) erfolgreich eine Eiswüste, eine Salzwasserwüste (rund um Salt Lake City) und eine tropisch heiße Sandwüste (Death Valley). Im Juni ein weiterer Rekord von Plattner: Mit einem Cordoba von Martorell nach Mörfelden (1329 km, Schnitt: 102,9 km/h) mit nicht einmal einer Tankfüllung (3,217 Liter/100 km). Am 20. April überquerte ein Leon unter Richard Holtz als erstes Auto mit deutschem Kennzeichen die fast 16 km lange Öresand-Brücke (zwischen Kopenhagen und Malmö), die erst am 11. Juli 2000 offiziell dem Verkehr übergeben wird. Als Weltforum der Automobilität wird die Autostadt in Wolfsburg geöffnet. Mit einem eigenen Markenpavillon im Zentrum der Anlage nutzt auch SEAT diese Plattform. Die Architektur, Inszenierungen und Objekte des SEAT Pavillons stehen für das schöpferische Potenzial der Marke. Trotz beträchtlicher Investitionen für Forschung und Entwicklung sowie für die Umstellung des Produktionsprozesses steigt das Unternehmensergebnis gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf 87,35 Millionen EURO. 514.800 verkaufte Fahrzeuge bedeuten zum vierten Mal in Folge einen Verkaufsrekord und eine Absatzsteigerung um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

2001

Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,18 Litern Dieselkraftstoff bewältigt ein serienmäßiger SEAT Arosa 1.4 TDI die 6367 km lange Strecke vom Nordkap nach Tarifa in Südspanien. In 100 Stunden für 200 EURO durch Europa lautete das Ziel des Fahrerteams. Die SEAT Modelle Arosa und Leon werden für ihr herausragendes Design mit dem AUTONIS, dem einzigen Automobil-Designpreis in Deutschland, ausgezeichnet. Auf dem Automobilsalon in Barcelona präsentiert SEAT mit dem Leon Cupra R sein bislang leistungsstärkstes Fahrzeug. 210 PS katapultieren den Supersportler in 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h. Der SEAT Toledo wird wieder in Martorell produziert, nachdem er in den vergangenen drei Jahren im Volkswagen-Werk in Brüssel montiert worden war.

Auf der IAA steht der SEAT Tango im Zentrum des öffentlichen Interesses. Die Studie begeistert mit ihrem spartanischen Stil und der kompromisslosen Sportlichkeit. Der SEAT Tango weckt Emotionen und macht Illusionen überflüssig. Chefdesigner Walter de Silva wird für den Tango ausgezeichnet. Mit zwei Arosa-Studien unterstreicht SEAT auf der IAA die Vielseitigkeit der kompakten Baureihe. Beim feuerroten Arosa Racer schlägt das Herz sportlicher Fahrer höher. Der Arosa City Cruiser dagegen bietet umfassenden Luxus und Funktionalität für die Stadtfahrt. Im deutschen Verkaufsprogramm gibt es jetzt drei Cupras: Ibiza, Cordoba und Leon Cupra. Die Dieselaggregate werden sukzessive auf Pumpe-Düse-Technik umgestellt. Der SEAT Leon wird von der Fachzeitschrift Auto Magazin mit dem Titel Bestes Auto des Jahres 2001/2002 ausgezeichnet. Die Leser von sport auto wählen den Leon zum sportlichsten Auto 2001. Mit einem überlegenen Sieg bei der 3-Städte-Rallye, dem letzten Lauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft 2001, verabschiedet sich SEAT aus dem Rallyesport. Als erstes eigenständiges Modell bringt SEAT Sport S.A. den auf 200 Stück limitierten Ibiza Cupra R auf den Markt. Als weltweit erster Fahrzeugimporteur wird die SEAT Deutschland GmbH nach der neuen Norm DIN ISO 9001 2000 auditiert. Diese noch kundenorientierter ausgelegte Zertifizierung bietet die Garantie für modernes Qualitätsmanagement.

2002

Im Zuge der Weiterentwicklung der Strukturen des Volkswagen-Konzerns wird Dr. Andreas Schleef zum neuen Vorstandsvorsitzenden der SEAT S.A. berufen. Er tritt am 7. März die Nachfolge von Dr. Bernd Pischetsrieder an, der zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates ernannt wurde. Das Pkw-Geschäft des Volkswagen-Konzerns umfasst jetzt zwei Markengruppen. Die Markengruppe Volkswagen mit Skoda, Bentley und Bugatti sowie die Markengruppe Audi mit SEAT und Lamborghini. Walter de Silva, Leiter des Design Center der SEAT S.A., übernimmt die Design-Verantwortung für die Markengruppe Audi. Er leitet außerdem weiterhin das Design der Marke SEAT.